Nur wenige Bürger und Bürgerinnen interessierten sich am vergangen Mittwoch, 17.02.2010, für die Bauleitplanentwürfe der Stadt Lingen (Ems).
Ca. 60 Besucher, einschließlich der offiziellen Vertreter der Verwaltung und Planungs-Büros fanden den Weg in die Emslandhallen an der Lindenstraße.
Wer als Versammlungsteilnehmer eine gut durchdachte und informative Veranstaltung erwartet hatte, wurde enttäuscht.
Die bisherigen Planungen sind für uns weder schlüssig, noch in vollem Umfang nachvollziehbar. Das Verkehrskonzept liegt z.Zt. nicht vollständig vor und ist von einer optimalen Lösung bisher weit entfernt. Die Finanzierung lässt ebenfalls noch Fragen offen. Ca. 5 Mio. Euro, die aus der Wirtschaft einfließen sollen, müssen in Gesprächen „noch verhandelt“ werden. Wohlgemerkt fünf Millionen Euro!
Offensichtlich sind die selben Planer, Büros und Gutachter, wie seinerzeit schon am Standort Laxtener Esch, auch an der Lindenstraße beteiligt. Die selben Personen, die diesen Standort im Übrigen auch schon totgesagt hatten. Dies bedeutet, dass wieder keine Projektsteuerung aus einer Hand stattfindet.
Für solche Großprojekte ist es sicher sinnvoller, Unternehmen zu beauftragen, welche in der Lage sind, Verkehrsplanung, Straßenentwurf, Straßenverkehrstechnik, Immissionsschutz und Projektsteuerung insgesamt ausführen.
Bei 25 Millionen Steuergeldern dürfen persönliche Eitelkeiten keine Rolle spielen. Dieses Budget sollte im Übrigen auch nicht dazu verleiten, einen Erfolg schon darin zu sehen, es einzuhalten.
Hier ist im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger eine optimale Planungs- und Bauausführung in Auftrag zu geben.
Das Projekt “Emslandarena” wird oft als Leuchtturm-Projekt bezeichnet.
Leuchttürme strahlen nicht nur weit, sie leiten in der Regel die Schiffe auch in sicheres Fahrwasser. Hoffen wir, dass der Kapitän und seine Mannschaft nicht trotzdem vom Kurs abkommem.

Ob ein derartiges Projekt noch in die Zeit eines allgemeinen wirtschaft- und gesellschaftlichen Abschwungs passt, sei dahingestellt.
Wie schon Frau Sabine Stüting bei den BürgerNahen vermutet, sind es wohl nur noch „Planspiele“.
Wer die drei Versammlungen der Stadtverwaltung zum Arena-Projekt besucht hat, kann über den Erkenntniswandel nur staunen.
Nun gibt es an der Lindenstraße weder Verkehrs- noch Lärmprobleme, obwohl das Projekt näher am Kanal und an der Lindenstraße gebaut werden soll, da, wo das Gelände durch den Strootbach besondere Anforderungen stellt.
Wie sagte doch der Gutachter mit dem „Blasius-Segen“ sinngemäß:
„Die unterschiedlichen Gutachten folgen den Vorgaben der Verwaltung.“ – Alles klar!?
„Der heilige Blasius zählt zu den vierzehn Nothelfern (Wikipedia).“
Hat sich die neue Emsland-Arena von den alten Emslandhallen deshalb „distanziert“, weil die Hallen im Laufe der Jahre durch die Viehmarktbelastung und die damit erforderlichen „chemischen Reinigungen“ etwas „anrüchig“ geworden sind?
Sind die VIP-Parkplätze eine „spätrömische Dekadenz“?
Da war auch wieder von „10 Millionen Gespartem“ der Stadt die Rede: Sparen und Schulden …?
Überhaupt die Finanzierung;
Das „Wahnsinnsbeschleunigungsgesetz“ von „Schwarz-Gelb“ wird auch der Stadt Lingen (Ems) noch erhebliche Einnahmeprobleme verursachen.
Die Gewerbesteuer steht auf der Kippe, von der Grundsteuer bleibt fast nichts übrig für die Stadt.
Der Subventionstopf der Stadtwerke wird auch geringer, wenn zunehmend subventionsunwillige und preisbewusste Kunden abwandern, und Neukunden z.B. im Gasbereich über einen „Neukunden-Bonus“ geworben werden:
Einen Bonus, den Stammkunden ab 01.01.2010 nicht mehr erhalten.
Nachzulesen im Internet bei http://www.wechseln.de.
Ob sich treue Stammkunden da nicht diskriminiert sehen?
Man muss nicht gegen den Neubau sein, um festzustellen: Das ganze Vorhaben ist voller Ungereimtheiten.
Axel Hingst